Belintash, das rätselhafte Felsheiligtum der Rhodopen
Belintash ist ein kleines Felsplateau hoch in den Rhodopen, in der Gemeinde Assenowgrad der Provinz Plowdiw, etwa 30 km südöstlich von Assenowgrad. Seine obere Plattform ist mit eingehauenen runden Löchern, Rinnen, Nischen und Stufen übersät und gilt als antike Kultstätte. Bulgarische Quellen nennen es das zweitgrößte Felsheiligtum des Landes nach Perperikon.
In dieses Bergplateau sind Hunderte runder Löcher, Stufen und Becken gehauen, und niemand kann sicher sagen, wozu sie dienten. Manche sehen ein Heiligtum, andere ein vorgeschichtliches Observatorium.
Die Geschichte von Belintash
Belintash ist ein Felsplateau auf rund 1225 Metern Höhe auf dem Höhenzug Dobrostan in den zentralen Rhodopen. Die Felsplattform ist etwa 300 Meter lang und umfasst rund 5000 Quadratmeter. Im oberen Teil schlugen frühe Menschen Hunderte runder Löcher, Rinnen, Nischen und Stufen in den Stein, dazu zwei große Becken, oft Zisternen genannt, die auch an den heißesten Tagen nicht austrocknen sollen. Der genaue Zweck ist bis heute nicht vollständig geklärt, und jede Theorie darüber bleibt eine Hypothese.
Die erste archäologische Untersuchung fand 1975 durch bulgarische Archäologen des Historischen Museums Assenowgrad statt. In den 1980er-Jahren machte ein Team von Archäoastronomen den Ort bekannt, indem es annahm, das Plateau habe zugleich als Heiligtum und als Sonnenobservatorium für landwirtschaftliche und religiöse Bedürfnisse gedient. Diese Idee wird kritisiert: Nikolaj Dermendschiew wies darauf hin, dass sich wegen der großen Länge der Plattform der Beobachtungspunkt nicht eindeutig bestimmen lässt.
2003 führte der Archäologe Iwan Christow begrenzte Sondagen durch und fand überwiegend eisenzeitliche Keramik, die er in das 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. datierte. Zuvor war zwischen den Felsen eine silberne Votivplatte mit einer Darstellung von Dionysos-Sabazios gefunden worden, die heute im Nationalen Archäologischen Institut mit Museum in Sofia aufbewahrt wird. Manche Autoren bringen das Heiligtum mit dem Gott Sabazios und dem thrakischen Stamm der Bessen in Verbindung, doch das bleibt eine Vermutung.
Reguläre Grabungen begannen 2010 erneut unter Dr. Borislaw Borislawow vom Nationalen Archäologischen Institut. Sein Team berichtete, das Heiligtum reiche bis etwa 5000 v. Chr. zurück, in die Kupfersteinzeit, und fand Reste von Herdaltären, auf denen Wein, Milch und das Blut von Opfertieren ausgegossen wurden. Andere Forscher verbinden Belintash mit dem kupfersteinzeitlichen Tempelkomplex beim Dorf Dolnoslaw und sprechen von einem etwa 7000 Jahre alten heiligen Ort. Das Team fand kein hellenistisches oder römisches Material und hielt es deshalb für möglich, dass Belintash nicht das Dionysos-Heiligtum ist, das die Forscher weiterhin in den Rhodopen suchen.
2011 legten die Archäologen die Reste einer Mauer frei, die das Plateau einst durchquerte und vermutlich den heiligsten Bereich abtrennte, sowie die Stelle eines massiven Tores. Borislawow hält die Felsstürze am Fuß des Altars nicht für natürlich, sondern für bei einem militärischen Überfall absichtlich herbeigeführt. Grabungen und Forschung gehen mit bulgarischen und internationalen Teams weiter.
Kurioses über Belintash
- Der Name bedeutet „Weißer Stein“: aus dem bulgarischen Wort für weiß und dem türkischen Wort taş für Stein.
- Eine örtliche Legende erzählt von einem bulgarischen Mädchen, das sich auf der Flucht vor Verfolgern von den Felsen stürzte; ihr langes weißes Hemd verfing sich an einer Felsspitze, und der Ort erhielt seinen Namen.
- Von Norden bei passendem Sonnenstand bilden die Felsen am Fuß des Plateaus der Beschreibung nach die Gestalt eines riesigen, auf dem Bauch liegenden Löwen.
- 2006 behaupteten einige bulgarische Medien, Touristen hätten eine eingehauene „Inschrift von Belintash“ gefunden, die manche Theoretiker als Beleg für ein thrakisches Alphabet deuten; Archäologen haben ihre Echtheit weder bestätigt noch widerlegt.
- Sowohl Belintash als auch der kupfersteinzeitliche Tempelkomplex bei Dolnoslaw liegen in einer starken magnetischen Anomalie.
- Das Massiv ist ein Rastplatz für große Greifvögel und seltene geschützte Arten wie Rötelschwalbe, Rötelfalke und Alpensegler.
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Belintash besuchen: das sollten Sie wissen
- Das Plateau ist eine felsige Bergstätte von etwa 300 Metern Länge. Der Weg zum zentralen Teil führt an gewaltigen Felsformationen vorbei, die von Menschenhand gehauen oder nachgeformt wurden.
- Achten Sie auf die runden Löcher, Stufen, Nischen und die beiden großen Becken auf der oberen Plattform sowie auf die daneben ausgehauenen Felssitze.
- Die Stätte liegt etwa 3 km südlich des Dorfes Wrata und 3 km südwestlich von Sini Wrah; ringsum befinden sich weitere Felsheiligtümer wie Pitvoto, In Kaya und Karadzhov Kamuk.
- Die Quellen enthalten keine Angaben zu Wegen, Parkmöglichkeiten oder Besuchsbedingungen; informieren Sie sich daher vor der Anreise vor Ort.
- In der Nähe liegen weitere Ziele dieses Führers: das Kloster Batschkowo (etwa 14 km), die Festung Assens Feste (etwa 17 km), das Kloster Arapowo (etwa 18 km) und die Teufelsbrücke (etwa 28 km).
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Belintash
Fotos: Belintash




Fragen
Was ist Belintash?
Belintash ist ein kleines Felsplateau in den Rhodopen mit eingehauenen Löchern, Stufen, Nischen und Becken. Es gilt als antike Kultstätte, doch sein genauer Zweck ist noch nicht vollständig geklärt.
Wo liegt Belintash und wie weit ist es von Assenowgrad entfernt?
Es liegt in der Gemeinde Assenowgrad in der Provinz Plowdiw, etwa 30 km südöstlich von Assenowgrad und rund 3 km südlich des Dorfes Wrata.
Wie alt ist Belintash?
Forscher nehmen an, dass der Fels schon im 5. Jahrtausend v. Chr., in der Kupfersteinzeit, für Kultzwecke genutzt wurde. Auch eisenzeitliche Keramik wurde gefunden, die Nutzung scheint also lange fortgedauert zu haben.
War Belintash ein thrakisches Heiligtum des Sabazios?
Manche Forscher halten es für ein Heiligtum des Sabazios, betreut von den thrakischen Bessen, doch das ist nur eine Hypothese. Die Grabungen von 2010 fanden kein hellenistisches oder römisches Material.
Was bedeutet der Name Belintash?
Er bedeutet „Weißer Stein“, aus dem bulgarischen Wort für weiß und dem türkischen Wort taş für Stein. Örtliche Legenden bieten weitere Erklärungen.
Was gibt es in der Nähe von Belintash noch zu sehen?
Das Kloster Batschkowo ist etwa 14 km entfernt, Assens Feste etwa 17 km. Weitere Felsheiligtümer wie Pitvoto und Karadzhov Kamuk liegen im selben Teil der Rhodopen.
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Kloster Batschkowo
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