Die Dreifaltigkeitskirche in Bansko und ihre Kunst der Wiedergeburt
Die Dreifaltigkeitskirche steht im Zentrum von Bansko und zählt zu den schönsten Beispielen der Kirchenarchitektur der Bulgarischen Wiedergeburt. Sie wurde 1835 von einheimischen Handwerkern und mit Spenden Hunderter Familien errichtet und wirkt von außen kleiner, als sie ist. Innen machen Holzschnitzerei und Ikonen der Schule von Bansko sie zu einem lohnenden Halt im Ort.
Unter osmanischer Herrschaft durfte eine Kirche nur dort entstehen, wo schon eine gestanden hatte. Der Überlieferung nach vergruben die Einwohner Banskos Ikone und Kreuz in einem Hof und bauten dann eine Kirche von 35 mal 22,5 Metern.
Die Geschichte der Dreifaltigkeitskirche in Bansko
Die Kirche wurde 1835 im Zentrum von Bansko von einheimischen Baumeistern errichtet, dank der gemeinsamen Anstrengung und Großzügigkeit der Bürger. Die Baugenehmigung lag schon seit 1833 vor. Damals erlaubten die osmanischen Behörden Kirchen nur an Orten, an denen zuvor eine Kirche gestanden hatte; deshalb vergruben Einheimische der Überlieferung nach eine Ikone und ein Kreuz in einem Hof mitten im Dorf. Das Grundstück wurde gespendet. Größter Spender war Lazar German, ein wohlhabender Mann aus Bansko und Bürgermeister der bulgarischen Gemeinde, der den Bau leitete und die schwierigen Verhandlungen mit den Türken führte, was ihn am Ende das Leben kostete. Ein weiterer bedeutender Spender, Toma Hadschibena, überließ das Land vor seinem Haus. Insgesamt gab es 270 Familien und 1081 Einzelspender.
Baumeister war Dimitar Dojuw aus Bansko, der rund 350 Handwerker anführte: Steinmetze, Bauleute und Holzschnitzer, dazu Freiwillige aus dem Dorf. 1835 war die Kirche fertig. Sie ist eine dreischiffige Pseudobasilika ohne Kuppel mit Satteldach und einer Arkadengalerie im Westen, 35 Meter lang und 22,5 Meter breit. Die Architektur soll so angelegt sein, dass das Auge sie für kleiner hält, als sie ist. Das Mauerwerk ist monumental und meisterhaft ausgeführt, die Wände sind an der Basis 1,10 Meter dick, und Türen, Gewölbe und Fenster bestehen aus behauenem Stein.
1850 kam auf der Nordseite des Kirchhofs ein großer steinerner Glockenturm hinzu, der zugleich als Uhrturm dient. Er passt hervorragend zur Kirche und prägt die Silhouette des Städtchens. Sein Baumeister war Gligor Blagow Dojuw, ein Neffe des Kirchenbauers Dimitar. Am Seiteneingang der Kirche steht ein Brunnen aus der Zeit der Wiedergeburt, datiert auf 1842.
Der Innenraum ist im Barockstil gestaltet und wirkt monumental. Schnitzereien und Malerei stehen im Einklang, die Übergänge sind fließend und ohne rechte Winkel, und die hölzernen Hohlkehlen haben komplizierte, geschwungene Formen. Hohe verputzte und bemalte Holzsäulen mit Arkaden gliedern die drei Schiffe, und die Frauenempore besitzt ein Holzgitter mit feinem Flechtwerk. Holzschnitzerei und Malerei stammen von Weljan Ognenow aus Tresonche, dem man auch Ikonostase und Kanzel zuschreibt. Dimitar Molerow, ein führender Vertreter der Kunstschule von Bansko, malte die Kreuzigung auf dem großen Kreuz der Ikonostase und 1839–1841 die acht großen Königsikonen. Auch sein Sohn Simeon, sein Enkel Georgi und der Maler Dimitar Sirleschtow arbeiteten hier; die Szene der neutestamentlichen Dreifaltigkeit außen an der mittleren Nische trägt eine Stifterinschrift von 1864 mit dem Namen Petar Tuschin. 1957 wurden in der Kirche erneut Wandbilder gemalt.
Heute gehört die Kirche zur Eparchie Nevrokop der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche und ist als Kulturdenkmal ausgewiesen. Bansko ist der Geburtsort zweier Gestalten der Wiedergeburt, Paisij Hilendarski, Verfasser der „Slawisch-bulgarischen Geschichte“, und Neofit Rilski; die englische Wikipedia nennt die Kirche ein nationales Symbol der Epoche der Wiedergeburt.
Kurioses über die Dreifaltigkeitskirche in Bansko
- Das Gebäude ist darauf angelegt, das Auge zu täuschen: Von außen wirkt es klein, ist aber 35 Meter lang und 22,5 Meter breit.
- Um die osmanische Regel zu umgehen, dass Kirchen nur dort stehen dürfen, wo schon eine stand, sollen Einheimische vor dem Bau eine Ikone und ein Kreuz im Hof vergraben haben.
- Es gab 270 Spenderfamilien und 1081 Einzelspender, und rund 350 Handwerker und Freiwillige wirkten am Bau mit.
- Der Glockenturm von 1850 ist zugleich Uhrturm und prägt die Silhouette der Stadt; der Brunnen am Seiteneingang trägt die Jahreszahl 1842.
- Zwei berühmte Söhne Banskos sind mit der Wiedergeburt verbunden: Paisij Hilendarski, Verfasser der „Slawisch-bulgarischen Geschichte“, und Neofit Rilski.
- Laut der englischen Wikipedia rief der Wojwode Pejo Jaworow am 5. Oktober 1912, während des Balkankriegs, den im Hof Versammelten zu: „Brüder, werft die Feze weg!“.
Touren in der Nähe: Dreifaltigkeitskirche in Bansko
Erlebnisse in der Umgebung, die Sie online über Viator buchen können:

Kloster der Heiligen Verklärung Gottes selbstgeführt
Details ansehen ›
Skiverleih und Snowboardverleih in Bansko
Details ansehen ›
Privater Ski- und Snowboardunterricht in Bansko, Bulgarien
Details ansehen ›
Privatunterricht in Bansko bei ehemaligen nationalen Skirennfahrern.
Details ansehen ›Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.
Die Dreifaltigkeitskirche in Bansko besuchen
- Betrachten Sie das Gebäude zuerst vom Hof aus: die Arkadengalerie im Westen, das Satteldach und den freistehenden steinernen Glockenturm mit der Uhr.
- Achten Sie drinnen auf die geschnitzte Ikonostase und Kanzel, die hohen bemalten Säulen, die Frauenempore mit dem Holzgitter und die Ikonen der Kunstschule von Bansko.
- Nicht übersehen sollten Sie den Brunnen von 1842 am Seiteneingang und das Außenbild der Dreifaltigkeit an der mittleren Nische.
- Es ist eine aktive Kirche: Kleiden Sie sich angemessen und prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Besuchsbedingungen.
- In der Umgebung liegen das Kloster Rozhen in rund 34 km und das Kordopulov-Haus in rund 35 km Entfernung, beide über die Straße erreichbar.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Dreifaltigkeitskirche in Bansko
Fotos: Dreifaltigkeitskirche in Bansko




Fragen
Was ist die Dreifaltigkeitskirche in Bansko?
Sie ist eine orthodoxe Kirche im Zentrum von Bansko, erbaut 1835. Sie gilt als eines der schönsten Beispiele der bulgarischen Kirchenarchitektur der Wiedergeburt und ist ein geschütztes Kulturdenkmal.
Wann wurde die Dreifaltigkeitskirche in Bansko erbaut?
Sie wurde 1835 von einheimischen Baumeistern unter Dimitar Dojuw errichtet, nachdem die Genehmigung 1833 erteilt worden war. Der Glockenturm kam 1850 hinzu.
Was ist im Innenraum besonders?
Der Innenraum ist barock geprägt, mit geschnitzter hölzerner Ikonostase und Kanzel, hohen bemalten Säulen und Ikonen von Malern der Kunstschule von Bansko, darunter Dimitar Molerow und seine Familie.
Wie groß ist die Kirche?
Die Kirche ist 35 Meter lang und 22,5 Meter breit. Sie ist so gebaut, dass sie von außen kleiner wirkt, als sie ist.
Wer hat die Kirche bezahlt?
Das Geld kam aus der Stadt selbst: 270 Familien und 1081 Einzelspender trugen bei, größter Spender war Lazar German.
Was gibt es in der Nähe von Bansko noch zu sehen?
Das Kloster Rozhen liegt rund 34 km entfernt, das Kordopulov-Haus rund 35 km. Nicopolis ad Nestum und Heraclea Sintica liegen 37 und 47 km entfernt.
Auch in der Nähe
Kloster Roschen
Melnik · größtes Kloster im Pirin, Fresken und Wunderikone
34 km entfernt
Kordopulov-Haus
Melnik · Weinhaus von 1754 mit Keller im Fels
35 km entfernt
Nicopolis ad Nestum
Garmen · römische Mauern, Thermen und Mosaiken an der Mesta
37 km entfernt
Herakleia Sintike
Rupite · antike Stadt, dank einer Zufallsinschrift lokalisiert
47 km entfernt