Kloster Boboschewo, eine winzige Kirche voller Fresken von 1488
Das Kloster Boboschewo »Hl. Demetrius« ist ein ehemaliges Kloster rund 3–4 km nordwestlich der Stadt Boboschewo in der Oblast Kjustendil. Erhalten ist nur die kleine Kirche, doch sie ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung, und ihr Inneres ist mit spätmittelalterlichen Fresken bedeckt. Ein ruhiger, lohnender Abstecher aus dem Strumatal.
Innen misst die Kirche nur rund 4 mal 2,7 Meter, und doch wurde fast jede Fläche 1488 bemalt. Sie ist alles, was von einem Kloster am Pilgerweg von Rila zum Berg Athos übrig blieb.
Die Geschichte des Klosters Boboschewo
Das Kloster des hl. Demetrius liegt am bewaldeten Nordosthang des Berges Boboschewski Ruen im Wlachina-Gebirge, unweit der Stadt Boboschewo. Im Mittelalter war es eine Station am Pilgerweg vom Kloster Rila zum Berg Athos. Bauuntersuchungen der Kirche zeigen, dass ihr Fundament von einem Vorgängerbau aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts übernommen wurde; das Kloster wurde daher wohl im 14. Jahrhundert oder schon früher gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt ist es in einem osmanischen Steuerregister für den Sandschak Kjustendil aus den Jahren 1570–1573.
Die frühe Geschichte ist schwer zu fassen, denn in der Nähe lag ein weiteres, viel älteres Kloster. Es wurde in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts oder im frühen 10. Jahrhundert, kurz nach der Christianisierung Bulgariens, am Nordhang oberhalb des Dorfes Skrino gegründet. Der Historiker Iwan Kepow nahm 1935 an, Hl. Demetrius sei dieses ältere Kloster, an neuer Stelle wiedererrichtet, doch dasselbe osmanische Register führt beide Klöster nebeneinander auf, was dagegen spricht. Das ältere wird später nicht mehr genannt und wurde wohl aufgegeben.
Die heutige Kirche entstand nach 1481 unter Sultan Bayezid II.; die Stifterinschrift über der Tür hält fest, dass die Fresken 1488 vollendet waren. Gemalt wurden sie vom Mönchspriester Neofit und seinen Söhnen, den Priestern Dimitar und Bogdan, lokalen Meistern, die der Ochrider Malschule zugerechnet werden, im Auftrag des Bischofs Jakob von Krupnik. Laut Inschrift malte Neofit die Kirche vom Gewölbe abwärts aus. Im Inneren füllt Christus mit vier Engeln das zentrale Medaillon des Gewölbes, umgeben von Propheten; darunter folgen die großen Feste, der Passionszyklus, Kriegerheilige und ganzfigurige Heilige. An der Westwand ist die Entschlafung Mariens dargestellt.
Unter osmanischer Herrschaft wurde das Kloster ein wichtiges geistliches und literarisches Zentrum. Aus ihm stammt das Boboschewer Evangeliar, das der Mönchspriester Gawril 1565 abschrieb, und früh richtete die Bruderschaft eine Schule für die Kinder der Umgebung ein. Die Ikonen der Ikonostase von 1729 werden heute in der Krypta der Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia verwahrt, einige Handschriften im Kirchenhistorischen Museum der Hauptstadt. 1864 wurde im Westen eine Vorhalle angefügt, wodurch das Portal an die Nordseite rückte.
Nach der Befreiung 1878 verlor das Kloster allmählich an Bedeutung, die Zahl der Mönche sank, und die Gemeinde Boboschewo, später örtliche Geistliche, übernahmen die Betreuung. In den 1930er-Jahren gehörten zur Anlage noch Wohngebäude, eine Küche, eine Backstube, ein Getreidespeicher und Wirtschaftsgebäude, und das Kloster besaß etwa 694 Dekar Land an den Hängen des Ruen. Im 20. Jahrhundert wurden die Bauten abgetragen, bis auf die Kirche und Reste einer Wassermühle am Weg. Die Kirche wurde zum Denkmal von nationaler Bedeutung erklärt und zwischen den frühen 2000er-Jahren und 2007 vollständig restauriert, finanziert von der A. G. Leventis Stiftung und dem World Monuments Fund.
Kurioses über das Kloster Boboschewo
- Der Naos misst innen nur 4,15 mal 2,66 Meter und ist etwa 5,5 Meter hoch, doch das gesamte Innere außer dem Narthex ist mit Fresken bedeckt.
- Der in der Stifterinschrift genannte Maler Neofit schmückte auch die Nikolauskirche in Kosel bei Ohrid aus.
- Der Name Kloster Ruen gehörte früher zu diesem Haus; heute bezeichnet er ein anderes, aktives Kloster, das Ende des 20. Jahrhunderts oberhalb des Dorfes Skrino gebaut wurde.
- Das Boboschewer Evangeliar von 1565 und die Ikonen der alten Ikonostase befinden sich heute in Sofia, im Museum in der Krypta der Alexander-Newski-Kathedrale.
- Das Kloster war eine Station am Pilgerweg vom Kloster Rila zum Berg Athos.
- Die Restaurierung in den 2000er-Jahren war ein gemeinsames Werk bulgarischer Restauratoren mit der A. G. Leventis Stiftung und dem World Monuments Fund.
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Kloster Boboschewo besuchen: das sollten Sie wissen
- Die Kirche liegt an einem bewaldeten Hang rund 3–4 km von Boboschewo und etwa 16 km südwestlich von Dupniza; am einfachsten gelangen Sie mit dem Auto dorthin.
- Das Gebäude ist teilweise in den Boden eingelassen und sehr klein, daher passen nur wenige Personen gleichzeitig hinein.
- Achten Sie auf das Gewölbe mit Christus und vier Engeln sowie auf die Westwand mit der Entschlafung Mariens und den heiligen Herrschern Konstantin und Helena.
- Die Quellen nennen keine Zugangsregelung; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und wie Sie hineinkommen.
- Das Kloster Ruen liegt in der Nähe, etwa 3 km entfernt, und lässt sich mit dem Besuch verbinden.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kloster Boboschewo
Fragen
Was ist das Kloster Boboschewo?
Es ist ein ehemaliges orthodoxes Kloster des hl. Demetrius bei der Stadt Boboschewo in der Oblast Kjustendil. Erhalten ist nur die kleine Kirche mit Fresken vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Wann wurden die Fresken im Kloster Boboschewo gemalt?
Die Stifterinschrift nennt das Jahr 1488 unter Sultan Bayezid II. Die Kirche selbst entstand nach 1481.
Wo liegt das Kloster Boboschewo?
Am bewaldeten Hang des Boboschewski Ruen, rund 3–4 km nordwestlich von Boboschewo und etwa 16 km südwestlich von Dupniza.
Wer malte die Fresken im Kloster Boboschewo?
Die Inschrift nennt den Mönchspriester Neofit und seine Söhne, die Priester Dimitar und Bogdan, lokale Meister der Ochrider Schule.
Ist das Kloster noch aktiv?
Nein. Es ist ein ehemaliges Kloster, nur die Kirche blieb erhalten. Sie ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung und wurde in den 2000er-Jahren restauriert.
Gibt es in der Nähe ein weiteres Kloster?
Ja, das Kloster Ruen liegt etwa 3 km entfernt. Es ist ein aktives Kloster, das Ende des 20. Jahrhunderts oberhalb des Dorfes Skrino gebaut wurde.
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