Das Battenberg-Mausoleum, Sofias Grabmal von Fürst Alexander I.
Das Battenberg-Mausoleum am Wassil-Lewski-Boulevard 81 in Sofia ist die letzte Ruhestätte von Fürst Alexander I. von Bulgarien (1857–1893), dem ersten Staatsoberhaupt des modernen Bulgariens. Das kleine Kuppelgebäude, 1897 eröffnet, verbindet neobarocke und klassizistische Elemente und besitzt einen von Haralampi Tachew ausgemalten Innenraum. Ein leicht erreichbarer Halt mitten in der Hauptstadt.
Bulgariens erster Fürst starb im Exil in Österreich, doch das Land forderte ihn zurück. Sein Grabmal in Sofia war später mehr als vier Jahrzehnte lang geschlossen.
Die Geschichte des Battenberg-Mausoleums
Alexander von Battenberg wurde 1879 zum Fürsten des autonomen Fürstentums Bulgarien gewählt und war nach dem Berliner Kongress dessen erstes Staatsoberhaupt. Ein Putsch prorussischer Offiziere zwang ihn 1886 zum Rücktritt. Er ging ins Exil, zunächst nach Graz in Österreich, und wurde General in der österreichischen Armee. 1885, noch während seiner Regierungszeit, war mit seiner Zustimmung die Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien erfolgt, und die bulgarische Armee unter seinem Befehl hatte im Serbisch-Bulgarischen Krieg entscheidende Siege errungen.
Alexander starb 1893 in Graz und wurde dort zunächst beigesetzt. Bulgarien, wo man ihn in Ehren hielt, forderte seinen Fürsten zurück, und die Nationalversammlung beschloss, ihn, wie er es selbst gewünscht hatte, im Land zu bestatten. Seine sterblichen Überreste wurden nach Sofia überführt und mit einem Staatsbegräbnis geehrt, an dem seine Witwe Johanna Loisinger, der neue Fürst Ferdinand und viele Bulgaren teilnahmen. Nach einem Gottesdienst in der Kathedrale Sweta Nedelja wurde er vorerst in der Rotunde des Heiligen Georg beigesetzt, bis ein würdiges Grabmal fertig war.
Das Mausoleum wurde beim Schweizer Architekten Mayer in Auftrag gegeben und zwischen 1895 und 1897 errichtet. Es ist 11 Meter hoch und umfasst etwa 80 Quadratmeter Fläche, mit einer einzelnen Kuppel, die in einer Messingkrone endet. Der Stil ist eklektisch, mit deutlichen neobarocken und klassizistischen Zügen und vier symmetrisch angeordneten Bogennischen. Eine Freitreppe führt zum Eingang, über dem eine Wappenkartusche mit dem fürstlichen Wappen prangt.
Im Inneren schuf der bedeutende bulgarische Maler Haralampi Tachew die Ausgestaltung. Ein Sarkophag aus Carrara-Marmor steht vor einer Wand mit einem Reliefporträt Alexanders, und an den Wänden stehen die Namen der Schlachten des Serbisch-Bulgarischen Krieges von 1885 sowie die Jahre von Geburt, Tod und Regierungszeit. Die sterblichen Überreste liegen unter der Bodenplatte; der sichtbare Sarkophag ist ein symbolischer.
1937 übergab die Witwe einen Teil von Alexanders privaten Gegenständen und Dokumenten, die teils im Mausoleum ausgestellt wurden. Nach der kommunistischen Machtübernahme wurde das Gebäude für Besucher geschlossen, bis 1991; die Gegenstände gingen an ein militärhistorisches Museum, und die Krone der Kuppel wurde abgenommen. Seit 1991 ist das Mausoleum wieder öffentlich zugänglich. 2005 wurde es teilweise restauriert; heute verwaltet es das Regionale Historische Museum Sofia, das im Inneren einige persönliche Gegenstände des Fürsten zeigt.
Kurioses über das Battenberg-Mausoleum
- Fürst Alexander starb im Exil in Graz, und Bulgarien forderte „seinen Fürsten“ zurück nach Sofia.
- Die Namen der wichtigsten Schlachten des Serbisch-Bulgarischen Krieges von 1885 stehen an den Wänden des Innenraums.
- Die sterblichen Überreste ruhen unter dem Boden, der im Inneren sichtbare Marmorsarkophag ist symbolisch.
- Das Mausoleum war über vier Jahrzehnte lang bis 1991 für Besucher geschlossen, und seine Krone wurde in der kommunistischen Zeit entfernt.
- Alexanders Brüder heirateten in europäische Königshäuser: Einer heiratete eine Tochter von Königin Victoria, und die Tochter des anderen, Alice, wurde die Mutter von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh.
- Seine Witwe Johanna Loisinger wurde selbst in Graz auf dem Friedhof St. Leonhard beigesetzt.
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Das Battenberg-Mausoleum besuchen: das sollten Sie wissen
- Das Mausoleum steht am Wassil-Lewski-Boulevard im Zentrum von Sofia und lässt sich leicht in einen Stadtspaziergang einbauen.
- Achten Sie auf die Fassade mit der Freitreppe, das Wappen über der Tür und die Kuppel mit der Krone sowie auf den bemalten Innenraum mit dem Marmorsarkophag.
- Im Inneren sind einige persönliche Gegenstände und Dokumente Alexanders ausgestellt; prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Besuchsbedingungen.
- Das Gebäude ist klein, der Besuch dauert daher nicht lange; er lässt sich gut mit anderen Sehenswürdigkeiten im Zentrum verbinden.
- In der Nähe liegen weitere Orte dieses Führers: die Adlerbrücke, das Denkmal der Sowjetarmee, das Denkmal des Zaren Befreier und die Kirche der Sieben Heiligen.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Battenberg-Mausoleum
Fotos: Battenberg-Mausoleum





Fragen
Was ist das Battenberg-Mausoleum?
Das Battenberg-Mausoleum ist das Grabmal von Fürst Alexander I. von Bulgarien (1857–1893), dem ersten Staatsoberhaupt des modernen Bulgariens. Es steht am Wassil-Lewski-Boulevard in Sofia.
Wo liegt das Battenberg-Mausoleum in Sofia?
Am Wassil-Lewski-Boulevard 81, im Zentrum der bulgarischen Hauptstadt. Von anderen zentralen Sehenswürdigkeiten ist es zu Fuß leicht zu erreichen.
Wer hat das Battenberg-Mausoleum entworfen?
Der Schweizer Architekt Mayer entwarf es, der bulgarische Maler Haralampi Tachew gestaltete den Innenraum. Gebaut wurde es zwischen 1895 und 1897.
Warum war das Battenberg-Mausoleum jahrelang geschlossen?
Nach der kommunistischen Machtübernahme wurde das Gebäude für Besucher geschlossen und erst nach 1991 wieder geöffnet. In dieser Zeit wurde die Krone der Kuppel entfernt.
Ist Fürst Alexander wirklich im Mausoleum beigesetzt?
Ja. Seine sterblichen Überreste liegen unter der Bodenplatte, während der darüber sichtbare polierte Marmorsarkophag symbolisch ist.
Was gibt es in der Nähe des Battenberg-Mausoleums noch zu sehen?
Die Adlerbrücke, das Denkmal des Zaren Befreier, das Denkmal der Sowjetarmee und die Kirche der Sieben Heiligen liegen im Stadtzentrum.
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