Festung Zepina, die mittelalterliche Bergfeste der Westrhodopen
Zepina ist die Ruine einer mittelalterlichen Festung und Stadt auf einem steilen, kegelförmigen Gipfel von 1136 m in den Westrhodopen, 6 km Straße vom Dorf Dorkowo entfernt. Im Mittelalter war sie die bekannteste Festung der Rhodopen, um die Bulgaren und Byzantiner jahrhundertelang kämpften. Mauern, Zisternen und Kirchenfundamente machen sie zu einem lohnenden Abstecher für alle, die sich für das mittelalterliche Bulgarien interessieren.
Auf diesem steilen Rhodopengipfel residierte einst ein Despot, der sich nach der Ermordung des bulgarischen Zaren für unabhängig erklärte. Die Osmanen eroberten ihn erst, nachdem sie die Wasserzufuhr gekappt hatten.
Die Geschichte der Festung Zepina
Archäologen stellten fest, dass der Ort schon in prähistorischer Zeit besiedelt war und hier in der frühen Eisenzeit eine thrakische Siedlung bestand, die auch in römischer Zeit und der Spätantike fortlebte. Reste einer großen dreischiffigen Basilika aus dem 5. bis 6. Jahrhundert zeigen, dass die Siedlung in frühbyzantinischer Zeit christlich war; unter dem Ersten Bulgarenreich wurde sie zu einer einschiffigen Kirche umgebaut. Außerdem wurden viele Wohnhäuser aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends n. Chr. entdeckt: viereckige Bauten mit einem unteren Teil aus lehmverbundenen Steinen, darüber Lehmziegel und ein Dach aus großen Ziegeln, meist einräumig und ohne Höfe dicht aneinandergebaut.
Die Bulgaren eroberten die Festung im 9. Jahrhundert, doch am Ende des Ersten Bulgarenreichs, Anfang des 11. Jahrhunderts, nahm sie das Byzantinische Reich ein. Im 12. bis 14. Jahrhundert wurde wegen ihrer strategischen Lage immer wieder um sie gekämpft. Unter Zar Kalojan (1197–1207) kam sie zurück unter bulgarische Herrschaft und wurde zum Sitz seines Neffen, des Despoten Alexius Slaw, der von hier aus die Rhodopen regierte. Nach der Ermordung des Zaren 1207 erklärte sich Alexius Slaw für unabhängig.
1246 fiel die Festung zusammen mit anderen Burgen der Region an das Kaiserreich Nikaia. Michael II. Assen eroberte sie 1254 nach dem Tod des nikäischen Kaisers Johannes III. Vatatzes zurück, in einem kurzen Feldzug, bei dem die Bulgaren auch weitere Festungen der Westrhodopen einnahmen, darunter Stanimaka, Perustiza und Kritschim. Die Nikäer versuchten mehrmals, sie zurückzugewinnen, und 1256 trat Michael II. Assen sie per Vertrag an Theodor II. Laskaris ab. Danach blieb Zepina in byzantinischer Hand und bildete mit dem nahen Stenimachos eine eigene Provinz, bis sie 1343 oder 1344 während des byzantinischen Bürgerkriegs an die Bulgaren abgetreten wurde.
Um 1373 eroberten die Osmanen unter Daud Pascha die Festung nach einer blutigen, neun Monate dauernden Belagerung. Sie fiel erst, nachdem die Angreifer die Wasserleitung gekappt hatten. Bald darauf gaben die Bewohner den Ort auf, und er verfiel, obwohl eine der Kirchen bis ins 17. Jahrhundert genutzt wurde, vielleicht als Teil eines Klosters; daher die örtlichen Namen Metoha und Manastirat.
Die Grabungen zeigen, dass die mittelalterliche Festung aus zwei Teilen bestand: einem befestigten Stadtkern mit innerer Zitadelle und einer Vorstadt am Fuß, von byzantinischen Chronisten Polis genannt, die außer einer Kirche unerforscht ist. Die äußere Mauer des Kerns ist 640 m lang und 1,8 m dick und umschließt rund 25 Dekar, mit einem einzigen Eingang im Südosten, einem vieleckigen Turm im Nordosten und fünf Stützpfeilern. Sie wurde aus Bruchstein und weißem Mörtel mit verdeckten Holzbalken errichtet. Die Zitadelle auf dem höchsten Punkt hat eine eigene, 142 m lange Mauer und umfasst zwei der größten Zisternen. Die ersten Grabungen führte im späten 19. Jahrhundert der russische Gelehrte P. Sirku durch.
Kurioses über die Festung Zepina
- Byzantinische Autoren nannten den Ort Tzepaina und bezeichneten die Vorstadt am Fuß der Festung als Polis.
- Im Mittelalter war Zepina die bekannteste Festung der Rhodopen und ein Schlüsselpunkt der Verteidigung sowohl Bulgariens als auch von Byzanz.
- Die Osmanen nahmen sie nach neun Monaten Belagerung erst ein, als sie die Wasserleitung kappten, was zeigt, wie sehr die Festung auf ihre Zisternen angewiesen war.
- Die Zisternen reichen bis zu 10 m tief; eine davon auf dem Gipfel war 8 m hoch, innen rechteckig und außen achteckig, und darüber stand wohl ein vieleckiger Wehrturm, ein Bergfried.
- Eine bis ins 17. Jahrhundert genutzte Kirche, wahrscheinlich Teil eines Klosters, gab der Siedlung die örtlichen Namen Metoha und Manastirat.
- Der Bahnhof Zepina der Rhodopenbahn liegt etwa 3 km westlich der Festung im Tal der Tschepinska reka.
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Die Festung Zepina besuchen: das sollten Sie wissen
- Eine 6 km lange Asphaltstraße führt von Dorkowo zum Fuß des Gipfels; der Berg selbst ist steil und nur von Süden zugänglich.
- Am Fuß, rund 300 m von der Festung entfernt, steht eine Berghütte mit einer kleinen Museumsausstellung von Funden der Grabungen.
- Auf dem Gipfel sehen Sie Teile der Außenmauer, die Mauern der Zitadelle, die Zisternen und die Fundamente der Kirchen. Mauerteile von bis zu 6 m Höhe waren 2009 noch erhalten.
- Der Bahnhof Zepina der Rhodopenbahn liegt etwa 3 km von der Festung entfernt, und der Fußweg ab dem Bahnhof wird mit rund dreieinhalb Stunden angegeben.
- Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Bedingungen der Hütte und der Ausstellung, da die Quellen dazu keine Angaben machen.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Festung Zepina
Fotos: Festung Zepina
Fragen
Was ist die Festung Zepina?
Zepina ist eine mittelalterliche Festung und Stadt in Ruinen auf einem steilen Gipfel der Westrhodopen. Im Mittelalter war sie eine der bekanntesten Festungen der Rhodopen.
Wo liegt die Festung Zepina und wie kommt man hin?
Sie liegt nördlich des Dorfes Dorkowo in Südbulgarien und ist über eine 6 km lange Asphaltstraße erreichbar. Sie befindet sich etwa 11 km östlich von Welingrad und 23 km südwestlich von Pasardschik.
Wer herrschte von Zepina aus?
Unter Zar Kalojan wurde die Festung Sitz seines Neffen, des Despoten Alexius Slaw. Nach der Ermordung des Zaren 1207 erklärte sich Alexius Slaw für unabhängig.
Wie fiel die Festung Zepina?
Um 1373 nahmen sie die Osmanen unter Daud Pascha nach einer blutigen Belagerung von etwa neun Monaten ein; sie fiel erst, nachdem die Wasserleitung gekappt worden war.
Was gibt es in der Festung Zepina zu sehen?
Zu sehen sind Teile der Außenmauern und der Zitadelle, vier Zisternen und die Fundamente von drei Kirchen. Am Fuß des Gipfels gibt es eine kleine Museumsausstellung.
Wie alt ist die Siedlung bei Zepina?
Der Ort war schon in prähistorischer Zeit besiedelt, in der frühen Eisenzeit gab es eine thrakische Siedlung. Die Festung selbst war vom 9. Jahrhundert bis zur osmanischen Eroberung abwechselnd bulgarisch und byzantinisch.
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