Die Pantokrator-Kirche in Nessebar, ein mittelalterliches Juwel
Die Pantokrator-Kirche ist eine mittelalterliche orthodoxe Kirche in Nessebar, der Altstadt an der Schwarzmeerküste in der Provinz Burgas. Sie entstand im 13. bis 14. Jahrhundert, ist vor allem für ihre prachtvolle Außendekoration bekannt und zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Kirchen Bulgariens. Sie steht in der UNESCO-Altstadt und dient heute als Kunstgalerie.
Diese kleine Kirche am Schwarzen Meer ist berühmt für ihre Mauern, nicht für ihr Inneres: Lagen roter Ziegel, Blendbögen, bunte Keramikscheiben und sogar Hakenkreuz-Friese als Sonnensymbol lassen sie wie einen steinernen Teppich wirken.
Die Geschichte der Pantokrator-Kirche
Die Kirche wird meist ins späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert datiert, doch die Forschung ist sich nicht ganz einig. Der amerikanische Wissenschaftler Robert G. Ousterhout setzt den Bau in die Mitte des 14. Jahrhunderts, der Reiseautor Jonathan Bousfield schreibt ihn der Regierungszeit des Zaren Iwan Alexander zu, der von 1331 bis 1371 herrschte. Die Datierung ist auch deshalb schwierig, weil das mittelalterliche Nessebar, damals Mesembria, mehrfach zwischen dem Zweiten Bulgarischen Reich und Byzanz wechselte.
Die Kirche ist Christus Pantokrator geweiht, einem griechischen Namen für Gott, der „Herrscher über alles“ bedeutet. Sie wurde im spätbyzantinischen Kreuzkuppelstil errichtet, mit Mauern aus Stein und Ziegel in wechselnden Lagen, einer Technik, die als Opus mixtum bekannt ist. Sie ist etwa 16 Meter lang, ihre Mauern sind rund 80 Zentimeter dick, und die Farbe der Ziegel verleiht dem ganzen Bau ein rötliches Aussehen.
Der Grundriss ist lang gestreckt, mit einem kleinen Narthex und dem Hauptraum, dem Naos. Unter dem Boden des Narthex liegt ein mittelalterliches Grab. Den östlichen Abschluss bilden drei kleine Apsiden, die sich überlagern und eine größere Einheit bilden. Über der Mitte erhebt sich eine achteckige Kuppel mit acht Fenstern; sie ruhte einst auf vier Säulen, die inzwischen zerstört sind. Über dem Narthex steht ein heute teilweise zerfallener Glockenturm, den man über eine schmale Steintreppe von Süden erreichte.
Was Besucher im Gedächtnis behalten, ist das Äußere. Bänder aus drei oder vier Ziegelreihen wechseln sich mit behauenem Stein ab und erzeugen ein optisches Muster, und die Ostwand mit den Apsiden ist der reichste Teil. Es gibt Reihen von Blendbögen, vierblättrige Blütenmotive, dreieckige Ornamente, runde grüne und türkisfarbene Keramikscheiben und einen Fries aus Hakenkreuzen aus Ziegeln. Im Mittelalter galt das Hakenkreuz als Sonnensymbol. Ousterhout vergleicht die übereinandergesetzten Arkaden mit einem Aquädukt und verweist auf ein früheres Beispiel in der kappadokischen Kirche Çanlı Kilise. Von den mittelalterlichen Fresken im Innern sind nur Fragmente erhalten.
In neuerer Zeit wurde die Kirche 1927 als nationale Antiquität unter staatlichen Schutz gestellt und 1964 in die Liste der Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen. Sie gehört zur Altstadt von Nessebar, einem UNESCO-Welterbe, und zu den 100 touristischen Stätten Bulgariens. Heute beherbergt sie eine Kunstgalerie mit Werken bulgarischer Künstler.
Kurioses über die Pantokrator-Kirche
- Das rötliche Aussehen der Kirche stammt von der Farbe ihrer Ziegel, die zwischen Lagen aus behauenem Stein sitzen.
- An der Ostwand verläuft ein Fries aus Ziegel-Hakenkreuzen, die hier als uraltes Sonnensymbol dienen.
- Der Wissenschaftler Robert G. Ousterhout vergleicht die übereinandergesetzten Arkaden der Kirche mit einem Aquädukt.
- Unter dem Boden des kleinen Narthex liegt ein mittelalterliches Grab.
- Die achteckige Kuppel hat acht Fenster, eines für jede ihrer Seiten.
- Obwohl sie eine Kirche ist, dient sie heute als Kunstgalerie für bulgarische Künstler.
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Die Pantokrator-Kirche besuchen: das sollten Sie wissen
- Die Kirche steht in der Mesembria-Straße nahe dem Eingang zur Altstadt von Nessebar und lässt sich daher leicht in einen Stadtspaziergang einbauen.
- Nehmen Sie sich Zeit, das Gebäude zu umrunden: Der Ostteil mit den Apsiden ist am reichsten verziert, und jede Seite hat ein anderes Muster.
- Im Innern sind die mittelalterlichen Fresken nur fragmentarisch erhalten, und der Raum wird als Kunstgalerie genutzt.
- Die Altstadt von Nessebar ist UNESCO-Welterbe und besitzt weitere mittelalterliche Kirchen, sodass sich ein Besuch gut damit verbinden lässt.
- Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Pantokrator-Kirche
Fotos: Pantokrator-Kirche





Fragen
Was ist die Pantokrator-Kirche in Nessebar?
Sie ist eine mittelalterliche orthodoxe Kirche in der Altstadt von Nessebar an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Sie stammt aus dem 13. bis 14. Jahrhundert und ist für ihre prachtvolle Außendekoration bekannt.
Wann wurde die Pantokrator-Kirche gebaut?
Meist wird sie ins späte 13. oder frühe 14. Jahrhundert datiert. Manche Forscher setzen sie in die Mitte des 14. Jahrhunderts, einer ordnet sie der Zeit des Zaren Iwan Alexander zu.
Warum hat die Kirche Hakenkreuze an den Wänden?
An der Ostwand verläuft ein Fries aus Hakenkreuzen aus Ziegeln. Im Mittelalter wurde das Hakenkreuz als Sonnensymbol verwendet.
Wofür wird die Kirche heute genutzt?
Sie wird nicht mehr als reguläre Kirche genutzt und beherbergt eine Kunstgalerie mit Werken bulgarischer Künstler.
Ist die Pantokrator-Kirche ein geschütztes Denkmal?
Ja. Sie steht seit 1927 unter staatlichem Schutz, wurde 1964 als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft und gehört zur UNESCO-Altstadt von Nessebar.
Wo liegt die Pantokrator-Kirche?
Sie steht in der Mesembria-Straße nahe dem Eingang zur Altstadt von Nessebar in der Provinz Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste.
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