
Schipka-Denkmal, Bulgariens Freiheitsdenkmal über dem Schipka-Pass
Das Schipka-Denkmal, auch Freiheitsdenkmal genannt, ist ein 31,5 Meter hoher Steinturm auf einem Gipfel des Balkangebirges. Es erinnert an die Gefallenen bei der Verteidigung des Schipka-Passes 1877, und seine Silhouette gleicht einer mittelalterlichen Festung, die man aus vielen Kilometern Entfernung sieht. Es ist der Mittelpunkt des Nationalparks und Museums Schipka und ein Symbol der Befreiung des modernen Bulgariens.
Ein acht Meter langer, aus 53 Teilen gegossener Messinglöwe bewacht diesen Turm, zu dem 890 Stufen hinaufführen. Die Steine wurden von Hand behauen und mit Ochsenkarren hinaufgebracht.
Die Geschichte des Schipka-Denkmals
Das Denkmal erinnert an die Kämpfe um den Schipka-Pass im Sommer 1877, während des Russisch-Osmanischen Krieges, der zur Befreiung Bulgariens führte. Die Schipka-Abteilung aus der Bulgarischen Landwehr (Opaltschenie) und zwei russischen Infanterieregimentern, dem 36. Orlower und dem 35. Brjansker, hielt die Höhen des Passes. Sie zählte etwa 7500 Mann mit 27 Geschützen unter Generalmajor Nikolaj Stoletow und stand der osmanischen Zentralarmee unter Süleyman Pascha gegenüber, die Berichten zufolge rund 27 000 reguläre Soldaten umfasste. Die entscheidenden Kämpfe fanden vom 9. bis 11. August 1877 statt, und die lange Verteidigung gilt als das Epos von Schipka.
1920 trafen sich die überlebenden bulgarischen Freiwilligen zu einem neuen Kongress und beschlossen, auf dem Gipfel Sweti Nikola ein Denkmal zu errichten. Das Geld wurde als freiwillige Spenden im ganzen Land gesammelt. Den Wettbewerb gewannen der Architekt Atanas Donkow und der Bildhauer Alexander Andrejew, der den monumentalen Löwen gemeinsam mit Kiril Schiwarow ausführte. Der Grundstein wurde am 24. August 1922 gelegt.
Die technischen Untersuchungen begannen im Frühjahr 1926, der Bau im Herbst desselben Jahres, mit intensiver Arbeit in den Sommern 1927, 1928 und 1929. Die Steine wurden von Hand behauen und mit Ochsenkarren herangeschafft, der Sand auf einer neuen Straße von Maglisch und Enina mit Maultieren getragen. Zuerst wurde der Turm im Rohbau fertig, und der Messinglöwe wurde im Sommer 1929 im Militärarsenal von Sofia gegossen. Der Bau war 1930 abgeschlossen. Der Löwe sollte auf der Spitze des Turms stehen, doch ein Modell zeigte, dass er dort kaum zu sehen wäre, und so setzte man ihn auf das Gesims über dem Haupteingang.
Zar Boris III. weihte das Denkmal am 26. August 1934 feierlich ein. Der Turm besteht aus Dolomit, hat die Form einer Pyramide mit abgeschnittener Spitze und ist 31,5 Meter hoch. Auf seinen Wänden stehen die Namen der drei wichtigsten Schlachtfelder, Schipka, Scheinowo und Stara Sagora, und eine weibliche Figur verkörpert den Sieg über die osmanischen Truppen. Im Erdgeschoss birgt ein Marmorsarkophag einen Teil der Gebeine der bulgarischen Freiwilligen und von Soldaten der vielvölkischen russischen Kaiserarmee, darunter Russen, Ukrainer, Weißrussen, Finnen, Litauer, Letten und Esten.
In den oberen Stockwerken zeigt ein Museum persönliche Gegenstände, Medaillen, Waffen, Fotos und Dokumente aus den Kämpfen, darunter eine Kopie der Samara-Fahne, der ersten Kampffahne der bulgarischen Freiwilligen. Die höchste Plattform bietet einen weiten Blick auf die umliegenden Berge. Das Denkmal gehört zum Nationalpark und Museum Schipka und bleibt ein Ort des nationalen Gedenkens, das durch das Gedicht „Die Freiwilligen von Schipka“ von Iwan Wasow gestärkt wurde.
Kurioses über das Schipka-Denkmal
- Der Messinglöwe ist etwa 8 Meter lang und 4 Meter hoch, wiegt rund 12 Tonnen und wurde aus 53 einzelnen Teilen zusammengesetzt.
- Insgesamt 890 Stufen führen zum Denkmal hinauf.
- Die Steine wurden von Hand behauen und mit Ochsenkarren hinaufgebracht, der Sand kam auf Maultieren aus Maglisch und Enina.
- Der Löwe war für die Turmspitze vorgesehen, wurde aber über dem Eingang platziert, weil ein Probemodell zeigte, dass er dort schlecht sichtbar wäre. Eine verbreitete Geschichte, politische Gründe hätten seine Ausrichtung bestimmt, wird in der bulgarischen Wikipedia als Legende bezeichnet.
- Die erste Kampffahne der Bulgarischen Landwehr, die Samara-Fahne, ist im Museum als Kopie ausgestellt.
- Das Denkmal wurde aus Spenden von Menschen aus ganz Bulgarien finanziert und 1934 eingeweiht.
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Das Schipka-Denkmal besuchen: das sollten Sie wissen
- Der Turm steht auf einem Gipfel im Balkangebirge und ist aus Dutzenden Kilometern Entfernung zu sehen. Planen Sie Zeit für die 890 Stufen zum Eingang ein.
- Der Messinglöwe über dem Haupteingang ist das bekannteste Motiv; auf den drei anderen Wänden stehen die Namen Schipka, Scheinowo und Stara Sagora.
- Im Inneren ist der Sarkophag im Erdgeschoss ein Ort des Gedenkens, in den oberen Stockwerken befindet sich das Museum. Bitte verhalten Sie sich respektvoll.
- Von der obersten Plattform bietet sich ein Panorama über die Berge und die Umgebung von Schipka.
- Die Gedenkkirche der Geburt Christi liegt etwa 4 km entfernt, das Busludscha-Denkmal rund 6 km; prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Schipka-Denkmal
Fotos: Schipka-Denkmal





Fragen
Was ist das Schipka-Denkmal?
Es ist ein 31,5 Meter hoher steinerner Gedenkturm, auch Freiheitsdenkmal genannt, auf einem Gipfel im Balkangebirge. Es erinnert an die Verteidiger des Schipka-Passes 1877.
Wo liegt das Schipka-Denkmal und wie gelangt man hin?
Es steht auf dem Gipfel Sweti Nikola im Balkangebirge, im Nationalpark und Museum Schipka. Insgesamt 890 Stufen führen zum Turm hinauf.
Wann wurde das Schipka-Denkmal gebaut?
Der Grundstein wurde am 24. August 1922 gelegt, der Bau 1930 abgeschlossen und das Denkmal am 26. August 1934 eingeweiht.
Warum steht ein Löwe auf dem Denkmal?
Der Löwe ist ein Symbol des bulgarischen Wappens und des bulgarischen Staates. Der Messinglöwe bewacht den Eingang des Denkmals.
Wer ist im Schipka-Denkmal bestattet?
Ein Marmorsarkophag im Erdgeschoss enthält einen Teil der Gebeine bulgarischer Freiwilliger und von Soldaten der vielvölkischen russischen Kaiserarmee, die in den Kämpfen um den Pass starben.
Was gibt es in der Nähe des Schipka-Denkmals noch zu sehen?
Die Gedenkkirche der Geburt Christi liegt etwa 4 km entfernt, das Grab des Seuthes III. rund 5 km und das Busludscha-Denkmal etwa 6 km.
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